Brand in Wildenau, am 25.08.2017

Alarmzeit: 07:40 Uhr

Bei einem gemeldeten Mittelbrand geht man von einem kleinen Feuer aus, zu dessen Brandbekämpfung in der Regel nicht mehr wie 2 C-Rohre und eine Löschgruppe erforderlich ist und nur geringe Gefahr der Ausbreitung besteht. Allerdings waren die Einsatzstichworte Brand von Stroh in einer Scheune mehr als beunruhigend. Entsprechend eilig hatten wir es mit dem ersten Fahrzeug an die Einsatzstelle nach Wildenau zu kommen.

Bereits auf der Anfahrt konnten wir auf der Strecke vor dem Steinbergwald die hohe Rauchsäule erkennen und hörten über Funk, das die erste Wehr vor Ort weitere Kräfte nachforderte. Kaum hatten wir den Wald verlassen, konnten wir sowohl die starke Rauchentwicklung sowie die Meterhohen Flammen über der Scheune erkennen. Das Wohnhaus war bereits stark gefärdet. Dabei trennten uns vom Einsatzort noch gut 1 km Fahrt auf enger Straße.

Endlich am Einsatzort angekommen wurden wir vom Einsatzleiter der Wildenauer Feuerwehr empfangen und dem Bereich Brandbekämpfung / Schutz Wohnhaus zugeteilt und stellten uns direkt vor der Hofeinfahrt auf.

 

Mittels Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz versuchten wir einen ersten Schlag im Haus durchzuführen, um den Boden zu erreichen, bevor die Flammen dort eindringen konnten. Zum Glück waren keine Personen oder Tiere mehr im Haus. Gleichzeitig bauten wir zusammen mit weiteren Kräften die unmittelbar nach uns eintrafen einen Löschangriff auf, um die Giebelseiten des Wohnhauses und eines weiteren Gebäudes zu schützen.

Durch die enorme Wärmeentwicklung hatten wir jedoch keine Chance das Übergreifen des Feuers auf das Dach des Wohnhauses zu verhindern. Da der Hof etwas außerhalb der dichten Bebauung liegt, war die Zuführung von Löschwasser ein weiteres großes Problem für uns. Zum Glück waren in der Zwischenzeit weitere Einsatzkräfte aus Wernesgrün und später aus Rodewisch und Auerbach eingetroffen. Auch die Landwirte aus dem Dorf halfen mit einem großen Tankwagen aus, um die Löschwasserversorgung zu gewährleisten.

Das Haus konnte trotz aller Bemühungen nicht gehalten werden und der Innenangriff mußte bereits nach wenigen Minuten abgebrochen werden.

Ein Haus von außen zu löschen ist nicht sehr sinnvoll, und hat auch kaum Wirkung im Vergleich zu einem Innenangriff, doch es blieb uns keine andere Wahl.

Kurze Zeit später war die Hitze im Innenhof so groß, dass der Gefahrenbereich weiter nach außen verlegt werden mußte. Hinzu kam die Gefahr von herabfallenden Dachziegeln und Balken des Daches.

Wärend für das Wohnhaus keine Chance mehr bestand, konnte das weitere Gebäude durch intensives Abschirmen mit viel Wasser geschützt werden. Um so viel Wasser herbei zu fördern wurden 2 Teiche und das Freibad angezapft. Die Hydrantenleitungen waren leider zu weit entfernt und lieferten zudem einen viel zu geringen Druck um sinnvoll genutzt zu werden.

 

 

Auch wenn das Feuer letzlich relativ schnell gelöscht war, sind die Schäden enorm. Und die längste Zeit verbrachten wir dann damit, das schwehlende Stroh aufzureißen, abzulöschen und an einen sicheren Ort auf freiem Feld abzulagern. Dabei halfen wieder Baubetriebe mit Baggern und Landwirte mit Traktoren aus.

Die rund 100 Feuerwehrleute wurde von vielen Freiwilligen unterstützt, aber auch der Rettungsdienst, die Polizei und der Bürgermeister waren helfend zur Stelle. Unglaublich gut war die Versorgung der Einsatzkräfte und der Rückhalt für unsere Arbeit, hier wurde unsere wichtige Aufgabe direkt und unmissverständlich gewürdigt.

Die Feuerwehr aus Auerbach und Rodewisch konnten nach und nach ihre Technik wieder zurückbauen und die Heimreise antreten, wärend die Wehren der Steinberggemeinde Wildenau, Wernesgrün und Rothenkirchen die Restablöschung und Brandwache übernahmen.

Noch einmal unser Dank an alle Helfer, insbesondere auch an die Gemeinde die hier bewießen hat, das die Unterhaltung einer Feuerwehrinfrastruktur nicht nur auf dem Papier und mit einer Summe im Haushalt, sondern auch in Form eines Bürgermeisters in Latzhose funktionieren kann.

Den Betroffenen wünschen wir alles gute und eine positive Zukunft, auch wenn es derzeit im Angesicht der rauchenden Trümmer nicht so aussieht.

Andres Ebert

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